Systemische Familien und Organisationsaufstellungen (nach
Bert Hellinger und G. Weber)
Systemische Strukturaufstellungen
(Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibed)
Bei einer Aufstellung kommt eine Gruppe von Menschen entweder für ein
Wochenende oder zu einer wöchentlichen Abendgruppe zusammen. Durch das
gleichbleiben der Teilnehmer enteht ein Klima der Vertrautheit und der
Offenheit, die es erleichtern sein Anliegen und seine Fragen vorzubringen
und getragen von den anderen Gruppenteilnehmern in der Aufstellung zu
bearbeiten. Die Gruppe beginnt trägt und beschließt den Prozeß der Aufstellungsarbeit
gemeinsam.
"Die eigene Aufstellung ist erst mit der letzten Aufstellung der Gruppe
beendet."
dh. Nicht nur bei der eigenen Aufstellung werden Antworten auf Fragen
gefunden, sondern auch durch das zur Verfügung stellen und Erleben als
Repräsentant für andere in deren Aufstellungen, und sogar durch das begleitende
Beobachten einer Aufstellung am Rand, können Einsichten gewonnen werden.
Kraft und Erkenntnis wird somit auch aus Fremden geschöpft.
Bei einer Aufstellung wird ein inneres Bild eines Systems, Problems oder
einer Situation durch die Anordnung der Repräsentanten im Raum sichtbar
gemacht. Eine wichtige Rolle bei der Aufstellungs-arbeit spielt die repräsendierene
Wahrnehmung, die Dynamiken eines Systems sichtbar werden läßt und die
dem Fragenden Einsichten in die Entwicklungsmöglichkeit des Systems gibt.
Durch das Mitgehen mit den Dynamiken und deren Entwicklung dh. anhand
von Umstellarbeit und Prozeßarbeit kann ein neues lösendes/heilendes Bild
entstehen, welches seine Wirkung auch in der Außenwelt entfalten kann.
Nicht immer wird das Lösungsbild ein harmonisches Endbild sein. Es kann
unter Umständen auch sinnvoll sein am Punkt der Höchsten Energie die Aufstellung
zu lassen. Die Seele hat dann einen Anstoß zur Veränderung bekommen.
Wann ist die Aufstellungsarbeit sinnvoll
Aufstellungen werden nicht aufgrund von Neugierde gemacht und sind auch
kein Mittel zur Zwangsbeglückung anderer Menschen. (Dh. Wir können die
Methode der Aufstellung nicht dazu einsetzen, um andere Menschen zu verändern,
sondern versuchen durch die Aufstellung Einsichten zu gewinnen und innere
Bilder zu wandeln. Dadurch verändert sich unser Verhalten nach außen.)
Eine Aufstellung wird bei vorhandensein eines Anliegens und gleichzeitiger
voller Bereitschaft hinsehen zu wollen, durchgeführt.
Neue Einsichten vor beruflichen oder privaten
Entscheidungen oder Veränderungsabsichten in persönlichen und beruflichen Bereichen gewinnen.
Bei Beziehungsproblemen im familieren und beruflichen
Kontext.
Um eine glückliche, freie Paarbeziehung zu leben.
Einen stärkenden Platz innerhalb des Familiensystems
zu finden und somit die Familie und als Kraftquelle zu erfahren.
Dynamiken von Krankheiten sichtbar zu machen
Berufsproblematiken die aufgrund von Familiendynamiken
bestehen, lösen.
Um die Beziehung zu den Eltern zu versöhnen
Hilft bei/ nach einschneidenden Veränderungen
der Lebenssituation nicht vollzogene innere Prozesse nachzuholen. (Tod
eines nahestehenden Menschen, Trennung...)
In Situationen in denen persönliche Entscheidungen
getroffen werden müssen.
Um Verstrickungen und Nachfolgetendenzen in ein schlimmes Schicksal zu erkennen und aufzulösen. Gefühle ( zb. der Trauer, Schuld, Angst...) die das übliche Maß (angemessene Intensität und Dauer) überschreiten und für die es keinen erklärbaren Grund in der momentanen Lebenssituation gibt.
Um Lösungen für Konflikte zwischen Einzelnen im Familiensystem zu finden.
immer wiederkehrende Muster im Verhalten zu verstehen
Was ist eine Organisationsaufstellung
Die systemische Aufstellungsarbeit findet immer mehr Anklang in der Unternehmens- und Organisationsberatung. Wie bei der Familie wird hier die Organisation als Ganzes betrachtet. Dem Einzelnen im System geht es nur gut, wenn es dem ganzen System gut geht. Gute Lösungen und Veränderungen können nur gelingen, wenn sowohl der Einzelne wie auch das System als Ganzes berücksichtigt, anerkannt, geachtet und gewürdigt wird. Entscheidungen die nicht imEinklangmit dem Ganzen sind werden auf Dauer negative Auswirkungen auf die Organisation haben.
Mit Hilfe der Organisationsaufstellungen erfahren wir wo sich die Ressourcen und Hindernisse sich befinden.
Organisationsaufstellungen verdeutlichen die wechselseitigen Beziehungen diverser Mitarbeiter und Systemebenen, die Beziehung zwischen Kunden, Lieferanten, Produktion und Vertrieb, sie geben uns Hinweise über das Energieniveau einer Organisation, sie zeigen uns Hintergründe und Zusammenhänge auf und dienen als Instrument der Supervision.
Mit Hilfe systemischer Aufstellungen lassen sich für vielfältige Fragestellungen in kurzer Zeit entscheidende Erkenntnisse und Handlungsalternativen aufzeigen.
Wann ist eine Organisationsaufstellung sinnvoll
bei Entscheidungsfindung - das Eine oder das Andere
Bei Beziehungsproblemen im beruflichen Kontext.
bei Zielfindungs und Ziellösungsprozessen
um Strukturen zu klären (Ordnungen, Rangfolge, Aufgaben- und Rollenverteilung)
bei Personalentscheidungen, Besetzung von Funktionen
bei Firmengründung oder Fusion, Nachfolgeklärung
Kommunikations u. Koordinationsschwierigkeiten im Team
Wie funktioniert eine Organisationsaufstellung:
Aus den anwesenden Personen werden Stellvertreter für die verschiedenen Einzelelemente des Systems ausgewählt und im Raum in Beziehung zueinander gestellt. Einzelelemente stellen in der Organisationsaufstellung sowohl Einzelpersonen dar als auch Systemebenen (z.B. Abteilung,...), oder aber auch Persönlichkeitsanteile (z.B. Ehrgeiz, Angst .....Das Aufstellen der verschiedenen Elementteile wird zwischen Aufstellungsleiter und Aufsteller gemeinsam erarbeitet und ist sehr breitfächrig. Durch das aufgestellte Bild werden Beziehungsstrukturen deutlich aufgezeigt.
Mit Hilfe der Stellvertretern wird das Lösungsbild entwickelt und der Aufsteller nimmt zum Schluss selber seinen Platz im Ganzen ein, um dieses Bild zu verinnerlichen.
Organisationsaufstellungen helfen dem Aufstellenden, neue Einsichten in seine Arbeitssituation zu erhalten, sich aus Verstrickungen in Arbeitsbeziehungen zu lösen, sie eröffnen Wege um Lösungen für Probleme und Konflikte im System zu finden.
Sie ermöglichen dem Menschen die Organisation als lebenden Organismus zu erfahren, das Erkennen der Wichtigkeit einzelner Systemteile in Bezug zum Ganzen und zeigen den uns richtigen Platz